Europa verstehen

Erschließung von Orten der Erinnerung und Gedenkstätten der gemeinsamen polnisch-deutschen Geschichte

 

Gedenkstätten in Deutschland

Mauergedenkstätte Bernauer Straße

Vor dem Mauerbau können Menschen trotz der politischen Teilung relativ problemlos von Ost nach West gelangen und umgekehrt. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“, waren dieWorte von Walter Ulbricht, dem Staatsratsvorsitzenden der DDR. Doch die DDR-Regierung handelte anders aufgrund von wachsenden Flüchtlingsströmen. Seit 1949 flohen ca. 2,5 Millionen DDR-Bürger in die BRD. Die Folge war ein erheblicher Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften.

Am 13.08.1961 riegeln Soldaten der Nationalen Volksarmee und Volkspolizisten West-Berlin ab. So war ein Überschreiten der Grenze unmöglich. Nach kurzer Zeit wird eine massive Mauer erbaut. Diese Mauer prägt das Leben der Berliner 28 Jahre lang.
Die Gedenkstätte in der Bernauer Straße ist ein zentraler Erinnerungsort an die deutsche Teilung auf 1,4 km Länge. Auf dem Gelände befindet sich das letzte Stück der Berliner Mauer. Anhand der weiteren Reste und Spuren der Grenzsperren sowie der dramatischen Ereignisse an diesem Ort wird exemplarisch die Geschichte der Teilung nachvollziehbar.

Wir empfanden es dort als traurig, weil man erkannte, wie viele Menschen „grundlos“ sterbenmussten. Aber es war trotzdem sehr informativ, da man sehen konnte, wie Menschen versuchten zu fliehen und es auch teilweise durch einen Tunnel schafften. Man bekam erstmal einen richtigen Eindruck wie breit die Mauer wirklich war und konnte nachvollziehen wieso es so wenige schafften zu entkommen.

Von Bonnie B. und Greta H.

 

Jüdischer Friedhof Soest

Der jüdische Friedhof in Soest hat eine lange Tradition. Lange Zeit war er Bestattungsstätte für die jüdischen Familien rund um Soest und dient bis heute als Andenken für die verstorbenen jüdischen Bürger. Auch heute können noch jüdische Bürgerinnen und Bürger dort traditionell bestattet werden. In den letzten Jahren gibt es aufgrund des Zuzugs aus Russland gelegentlich dort auch Beerdigungen. Das Areal des alten jüdischen Friedhofs liegt am Nottebohmweg gegenüber dem Osthofenfriedhof. Der Friedhof beeindruckt durch seinen alten Baumbestand und durch die 181 alten Grabsteine, die an vergangenes Leben erinnern.

Seit 2015 befindet sich auf dem jüdischen Friedhof eine Stele zum Gedenken an dieverschleppten Juden aus Soest. Unter der Beschriftung „Den unbestatteten jüdischen Soester Bürgern. Deportiert, ermordet, verschollen 1942 – 1944“ sind 40 Namen ermordeterSoester Juden dort eingemeißelt.

Traditionell – also nicht nur auf dem Soester Friedhof – werden als Andenken an die Verstorbenen kleine Steine beim Friedhofbesuch auf die Grabsteine gelegt. Männer müssen beim Betreten des Friedhofs eine Kopfbedeckung tragen.

Bis zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 gab ins in Soest auch eine Synagoge und eine jüdische Schule in der Osthofenstraße.
Wir haben mit der polnischen Austauschgruppe eine Führung mit dem Thema „Spuren der jüdischen Gemeinde in Soest“ gemacht. Wir waren unter anderem auch auf dem jüdischenFriedhof. Beeindruckt haben uns beim Betreten des Friedhofs die vielen alten Grabsteine und das naturbelassene Gelände, das eine große Ruhe ausstrahlte. Erstaunt hat uns, dass der Friedhof auch heute noch bedeutsam für die kleine jüdische Gruppe in und um Soest ist. Somit ist der Friedhof nicht nur eine Erinnerung an vergangene Zeiten, sondern weist bis ins Heute hinein – und sicherlich auch in die Zukunft.

Von Henrike S.

 

Mahnmal für die ermordeten Juden Europas

Am Montag, dem 04.12.2017, in der Woche unseres Erasmus Austausches in Berlin, haben wir per Fahrrad mit einem Guide das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas besucht.

Das Mahnmal für die ermordeten Juden, kurz auch „Holocaust-Mahnmal“, wurde von Peter Eisenman entworfen und am 10. Mai 2005 eingeweiht.
Es soll, wie der Name bereits sagt, an die ermordeten Juden erinnern und tut dies wirklich gut, wie ich finde.

Das Mahnmal ist sehr eindrucksvoll und sobald man es gesehen hat, vergisst man es und die mit ihm verbundene Geschichte nicht mehr so schnell. Das ist positiv, denn wir sollten uns im Klaren sein, was unsere Vorfahren getan haben, sodass wir nicht dieselben Fehler machen wie sie.

Von Niklas B.

 

Ausstellung „Flucht und Vertreibung“ in derAdamskaserne, Soest (Dezember 2017)

Information zum Ort des Gedenkens:

Zunächst ist leider zu sagen, dass die besuchte Ausstellung wegen Baumaßnahmen an der Adamskaserne inzwischen (Mai 2018) geschlossen ist. Auf meine Nachfrage schrieb BarbaraKöster von der Geschichtswerkstatt Französische Kapelle e.V. Soest: „Wie wir seit wenigen Tagen wissen, wird sowohl die Ausstellung „Flucht und Vertreibung“ (…) nicht in das Dachgeschoss übernommen werden.“

Die Kaserne, in der sich das Museum befand, wurde 1938 als Infanterie-Kaserne im Zuge der Wiederaufrüstung der Nationalsozialisten gebaut. Nach der Verwendung als Kriegsgefangenen- und Offizierslager im zweiten Weltkrieg wurde es ab 1946 als „O-Lager“für Ostvertriebene genutzt. 1951 wurde das Lager im Zuge der Remilitarisierung für belgische Truppen geräumt.

Die Ausstellung „Flucht und Vertreibung“ verteilte sich auf drei Museumsräume im Block 3der heutigen Adam-Kaserne. Verschiedene Exponate zeigen mit Erklärungen und Bildern das Leben der damals aufgenommenen Schlesier. Auch das Schicksal Einzelner wird durch Zeitzeugenberichte gezeigt. Aber auch die spätere Integration der Bewohner und der Vertriebenen im Allgemeinen wird aufgezeigt und erklärt.

Persönliche Eindrücke:

Mich persönlich haben vor allem die extrem einfachen Lebensbedingungen und die Statistiken zur Integration beeindruckt. Die Lebensbedingungen wurden sowohl durch die Fotos als auch durch die zahlreichen Exponate sehr gut deutlich. Zu den Statistiken muss ich zugeben, dass mir die Ausmaße der Vertreibung so nicht bewusst waren. Durch die beiden eben genannten Punkte hat das Museum mir persönlich einiges an neuem Wissen vermittelt, welches auch in der aktuellen Situation von Nutzen ist.

Von Janosch B.

 

Alter jüdischer Friedhof in Berlin

Der jüdische Friedhof in Berlin Mitte wurde in der NS-Zeit zerstört und ist heute noch eine Gedenkstätte. Er war der Begräbnisplatz für 50 Familien, darunter viele berühmte Persönlichkeiten wie Moses Mendelssohn.

Ab 1844 befand sich am Eingang des Friedhofs ein Altenheim, dieses wurde genauso wie die jüdische Jungenschule neben dem Altenheim 1942 von der Gestapo als Gefängnis genutzt. 1943 verwüstet diese den Friedhof.

Außerdem wurde er ab 1945 als Massengrab verwendet, in dem Soldaten und Zivilisten begraben wurden.

Im Gegensatz zu dem Altenheim ist die jüdische Schule 1993 wieder von der Gemeinde als Realschule und Gymnasium in Nutzung. Das Altersheim wurde im Krieg zerstört.

Für mich war der Besuch des Friedhofs sehr interessant, denn man hat vieles über die Menschen erfahren, die dort begraben waren und auch die Geschichte des Altersheims war sehr aufschlussreich.

Wir konnten erfahren, wie mit den Menschen zu dieser Zeit umgegangen wurde.

Neben so vielen relativ bedrückenden Aspekten fand ich es schön zu sehen, dass die jüdische Gemeinde die Schule wieder nutzt, auch wenn es sehr erschreckend ist wie sie von Beamten Tag und Nacht bewacht wird.

Da wir die Gedenkstätte mit einer Gruppe verschiedener Herkunft besucht haben, ist deutlich geworden dass die Geschehnisse länderübergreifend waren und wir auch mit dafür verantwortlich sind, dass so etwas nicht nochmal passiert.

Es war schön zu bemerken, wie gut sich auch eine Gruppe verschiedener Kulturen verstehen kann, was den ganzen Austausch sehr besonders gemacht hat.

Von Sophia T.

 

Berliner Flaktürme (Flakturm am Humboldthain)

Insgesamt gab es sechs Flaktürme in Berlin, die Hilter zur Abwehr gegen Luftangriffe errichten ließ. Diese Flaktürme erkannten mittels eines Radars feindliche Flugzeuge und schossen sie mit den stationierten Flakgeschützen runter.

Die meisten Flaktürme wurden nach dem Krieg fast vollständig abgerissen und wir, die Erasmus Gruppe, besuchten während einer Fahrradtour einen der teilweise heilen Türme, den Flakturm im Volkspark Humboldthain. Mein erster Eindruck war, dass diese Türme sehr massiv sind und früher eine große Feuerkraft hatten. Wir hatten eine schöne Aussicht von ganz oben und der Reiseführer erzählte uns, dass diese Flaktürme auch einen Bunker für Notsituationen hatten in den sich Zivilisten bei Luftangriffen begaben.

Mir hat während der Fahrradtour die Besichtigung des Flakturms gefallen und ich fand es sehr interessant wie groß dieser Turm aussieht, wenn man genau vor ihm steht.

Treffen Bialystok, Warschau, Danzig 2018

 

Erasmus+ 2018/2019 Treffen Deutschland

Für das Projekttreffen, im Dezember 2018 in Berlin und Soest, haben die deutschen Schüler Referate vorbereitet über die Denkmäler und Themen die während des Treffens besichtigt und behandelt wurden.

Referate

Thema 1: Euthanasiemorde+ T4 Denkmal

euthanasiemorde

Die Motive
Die Eugenische Ideologie: Der Schutz der Rasse und die menschlichen „Reste“ also Juden, Roma etc. müssen weg.
Rassismus & Antisemitismus: Feindlich eingestellt gegenüber Ausländern, Juden und Homosexuellen
Kriegswirtschaft: Es existiert zu wenig Essen und wichtige Infrastruktur ist zerstört, wie z.B Krankenhäuser, Schulen und Kirchen
Medizinische Forschung: Das Testen von neu entwickelten Impfstoffen und erste Operationen am Gehirn

Umsetzung & Folgen
Kinder-Euthanasie: Die Kinderfachabteilung der Kliniken wird zur Tötungsanstalt umgewandelt→1939 wurden 5000 kranke Kinder getötet

Aktion T4
Die Tiergartenstraße 4 war die Leitungszentrale der systematischen Ermordung

T4-Denkmal
Gedenkstätte und Informationsort in der Tiergartenstraße 4. Wurde eröffnet am 2. September 2014 und der Bau und die Instandhaltung wird finanziert von einer Stiftung. Zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen wie Juden, Sinti und Roma und die verfolgten Homosexuellen

 

 

 

Thema 2: Haus der Wannseekonferenz

Haus der Wannseekonferenz

 

Situation der Juden vor den Wannseekonferenz
1933: Die Nationalsozialisten beginnen die Juden aus dem Berufsleben auszugrenzen
1935: „Nürnberger Gesetzte“ Einschränkung von den → Rechten der Juden
1935-1938: Verleumdung und Herabstufung der Juden
1938: erste große Verhaftungswelle
1938: „Reichspogromnacht“
1939/1940: erste Massenabschiebung nach Ostpolen
1938-1941: weitere Gesetze zur Einschränkung
1941: Einführung des „Judensterns“

Die Wannseekonferenz
Das Thema: Die Endlösung der Jugendfrage
Teilgenommen an der Konferenz haben 15 Teilnehmer
Das Ziel: „Die Zurückdrängung der Juden aus dem Lebensraum des deutschen Volkes“
Die Erschießung wurde als zu aufwendig betrachtet, daher wurden mobile Vergasungsanlagen genutzt
Bis Anfang 1942: 500.000 Menschen, bis Kriegsende 6 Millionen Juden ermordet →effizientere Tötung möglichst vieler Juden

Auswirkungen
1942: Eichmann ordnet Weiterführung der Massenabschiebung an
Die Beschlüsse stoßen auf Widerstand
Entweder sterben die Juden bei der Zwangsarbeit oder sie werden ermordet
Große Uneinigkeit beim Thema ,, Mischlings-Juden“

Das Haus der Wannseekonferenz
1914/1915 erbaut
1921 verkauft an Friedrich Minoux
1940 wurde Minoux verhaftet
Verkauf an Nordhav-Stiftung, jedoch arbeiten diese mit SS zusammen
Villa wird für ihre Zwecke genutzt
1945-1991 verschieden genutzt
1992: Eröffnung der Gedenk- und Bildungsstätte- „Haus der Wannseekonferenz“

Heutzutage
Gefördert durch die Bundesregierung
Verwendung: Museum und Tagesstätte für Veranstaltungen

 

Thema 3: Ministerium für Staatssicherheit

Unbenannt

Allgemeine Informationen
Die Stasi wurde am 8. Februar 1950 gegründet
Sie beschäftigten mehr als 90.000 Hauptamtliche Mitarbeiter (stand 1989)
Sie waren im In-und Ausland tätig
Ihre Hauptaufgabe war die umfassende Überwachung von DDR Bürgern und Beschaffung von Informationen aus der BRD
Der ehemalige Hauptsitz der Stasi in der Magdalenenstraße in Berlin -Lichtenberg.

Das Stasigefängnis Berlin-Hohenschönhausen

Die Methoden der Stasi
Die Strategie der Stasi wurde „Zersetzung“ genannt und die Vernehmungen sollten das Selbstvertrauen zerstören.
Das Ziel der Stasi war es Angst, Panik und Verwirrung zu stiften, damit die Opfer ihnen alles erzählten, weil sie wollten, dass weder das Opfer noch sein Umfeld etwas von den Attacken mitbekamen oder die Stasi dahinter vermuteten.
In den Haftanstalten wurden Opfer erniedrigt und misshandelt.

Der Fall Jürgen Fuchs
•* 19. Dezember 1950
•† 9. Mai1999
Er war ein deutscher Schriftsteller, Bürgerrechtler und Vertreter der Opposition in der DDR.
Jürgen Fuchs wurde in der DDR von der Stasi beobachtet, später saß er 281 Tage im Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönenhausen.
1977 wurde er zur Ausreise gezwungen und nach West-Berlin abgeschoben, wo er dann als freischaffender Schriftsteller arbeitete.
Er wurde weiter von der Stasi beobachtet und mit „Zersetzungsmaßnahmen“ bekämpft, und seit dem Fall der Mauer bemüht er sich um Aufklärung der Stasi Verbrechen.
Am 2. Januar 1992 war er einer der ersten der seine Akte einsehen durfte.

Das Ende der Stasi
•Am 23. Februar löste sich die Stasi selbst auf
•Am 26. Februar wurde die Vernichtung fast aller Akten beschlossen
• Zum 31. März 1990 wurden alle Stasi Mitarbeiter gekündigt
• Nur wenige bekamen befristete Verträge um weiter an der Auflösung zu arbeiten
• In der BRD wurde aufgrund dieser Ereignisse ein Sonderausschuss „Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit“ gebildet

 

Programm Treffen Berlin/Soest

Programm

Die deutschen Schüler haben, nachdem das erste Treffen vorbei war, aus den gesammelten Bildern und Erfahrungen eine anschauliche Präsentation erstellt die Sie hier finden:

Treffen Berlin – Soest 2018 – Teil 1

Treffen Berlin – Soest 2018 – Teil 2

 

 

 

 

Die oben behandelten Themen hier als PDF-Dateien:

Referat Euthanasiemorde
Haus der Wannseekonferenz
Ministerium für Staatssicherheit
Mauergedenkstätte Bernauer Straße, Berlin – PDF
Jüdischer Friedhof, Soest – PDF
Mahnmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin – PDF
Ausstellung Adamskaserne „Flucht und Vertreibung“, Soest – PDF
Alter jüdischer Friedhof in Berlin – PDF
Berliner Flaktürme – PDF

 

Gedenkstätten in Polen:

Bialystok
Danzig
Krakau
Warschau

 

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